Immer wieder Montags..

MSV Duisburg vs. Hansa Rostock 2:2 

„Hey hör mal auf mit der Scheisse ich habe fast mein Bier verschüttet“. Ungläubig lasse ich von der Person meine Arme gleiten, hatte mich mal wieder nicht mehr unter Kontrolle, angesichts des 1:1 Torjubels nach dem Ausgleichstreffer des Herren Dorns. Manchmal frage ich mich, warum die Leute zum Fußball ins Stadion gehen – zum Saufen oder um seinen Verein nach vorne zu preschen und diesen anzufeuern? Aber eine Antwort auf diese Frage, werde ich wohl nie erhalten.

1:1 zur Halbzeit in Duisburg. Das hört sich ja eigentlich gut an. Ausgerechnet Duisburg. Jene Stadt, an die ich so gute Erinnerungen hatte. Hier wo ich vor 2 Jahren meinen ersten persönlichen Montagssieg feierte – Auswärts in Duisburg.
Zugegeben es gibt bessere Aktivitäten, die Woche zu beginnen, als nach Duisburg zu fahren. Aber die DFL wollte es so und so mussten zwei Tage Urlaub herhalten, um Punkt 13:20 Uhr am Bahnhof einen völlig aufgelösten und vollkommen überdrehten Jens in Empfang zu nehmen, der mir berichtete, dass unser Zug eine Verspätung von 20 Minuten herausgefahren hatte. „Und unsere Anschlusszug in Frankfurt ist in Gefahr“ – „Ach der fährt schon pünktlich ab“, scherzte ich. Böse und glasige Blicke aus Jensens Brille erntend, schlenderten wir zu den männlichen Saftschubsen und räumten deren Kulanz-Verpflegungs Wagen fast komplett leer. Jens, der es mal wieder nicht lassen konnte, bekam beim Gratis-Eis sofort leuchtende Äuglein und während mich ich noch um eine Ersatz-Verbindung  bemühte, knabberte er schon an einer mit Vanille überzogenen Stange. 5  Minuten später war die Zugbindung unseres 39€-Ticket aufgehoben und wir saßen im nächsten Zug nach Frankfurt. Eine Aktion, die sich später als sehr, sehr weise und klug herausstellen sollte.

In Frankfurt durften wir dann den Schnellzug (Frankfurt-Köln in 1h!) Richtung Amsterdam betreten, der sofort von englisch sprechenden Jugendlichen überflutet wurde. Pünktlich wie eine Schweizer Uhr glitt unser Zug im baufälligen Bahnhofsgebäude ein. Nach dem Wegschluss der Taschen im Bahnhofsschließfach, ging es sofort zur MSV Arena. Der Weg zum Gästeblock war bekannt – am Eingang bemerkte man Saskia Pohl, später im Stadion war auch Boullete wahrzunehmen.

Pagelsdorf hatte spielerisch wieder ganz tief in die Taktik Kiste gegriffen. In Anlehnung an die 1. Halbzeit in Naestved setzte er zur Verwunderung aller Orestes auf die Bank und vertraute stattdessen auf einen Herrn Lense in der Innenverteidigung. Was gegen Naestved vielleicht noch irgendwie funktioniert hatte, ging gegen Duisburg überhaupt nicht auf. Die Abwehr, vor allem auch in den Personen von Lense und Rahn war so etwas von überfordert, dass es eine Farce war, diese als Abwehr zu bezeichnen. Nach 10 Minuten wäre ein 0:3 aus unserer Sicht nicht unverdient gewesen – es stand aber nur 0:1. Dieses Tor fiel nach einem irren Häck-Mäck im eigenen 16er, bei dem Sandro Wagner am Ende erfolgreich abschloss. Ganz in Bayern-München Manier jubelte der Ex-Bayern-Spieler direkt vor der Gästekurve, was nicht nur mir sehr missfiel.

Es folgte ein Auslassen jeglicher Großchancen  auf Duisburger Seite. Doch fast jedes Fußball Spiel nimmt eine gute Wendung und Dorn schaffte wie aus dem Nichts den überraschenden Ausgleich.

Nach der Pause, als ich es mir gerade wieder gemütlich gemacht hatte, folge bald wieder der Führungstreffer der Duisburger und nicht nur ich fragte sich: Wo war da bitte die Abwehr?
Aber einer im Stadion wollte einfach nicht, dass wir als Verlierer vom Platz gingen – Referee Rafati. Nach einem harmlosen Schubser abermals an Dorn, sah Herr Rafati Rot, genauer gesagt der Duisburger Abwehrspieler. Zudem 11 Meter für Hansa. Auch wenn der Elfmeter für uns gegeben wurde und ich mich ganz sicher nicht beschweren werde, finde ich solche Strafstöße in der Bundesliga schon mehr als bedenklich. Kern verwandelte sicher.

Wer nun ein Spiel auf ein Tor erwartete hatte, sah sich getäuscht. Auch in Unterzahl spielte der MSV die eine oder andere Torchance heraus.

So blieb es letztlich beim Unentschieden. Ich war zufrieden – Jens wollte auf Grund der Unterzahl noch den Sieg. Aber bei so einem Spiel muss man mit dieser schlechten Leistung mit dem Punkt leben.

Was blieb war ein halbwegs geglückter Saison Auftakt mit einer langen Nach in Düsseldorf.

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