Auf der Suche nach den Auswärtspunkten

SC Freiburg vs. Hansa Rostock 1:0

Irgendwie hat Klein Jens der Schlaf gepackt. Verständlich nach einer so ereignisreichen und frustierten Fahrt ins Breisgau. Friedlich schlummernd liegt er am Fenster gelehnt und wartet auf das Erreichen des Endbahnhofes von Nürnberg. Voher hatte er übelst rumgequenqelt, sodass ich schon beschlossen hatte, das nächste Mal die letzen drei Sandmännchen Folgen auf DVD mitzubringen. In den mit Kindern verseuchten Zügen in Deutschland sicherlich eine gewinnbrigende Sache.

Freiburg am Monntag – na da haben wir mal wieder das große Los gezogen. Ausgerechnet Freburg, ein Ort, den ich in besonderer Erinnerung habe. War es doch mein erstes Hansa Spiel überhaupt gewesen, welches ich im Breisgau mitverfolgt habe. Damals vor geschätzen 13 Jahren. Bahnfahrten nach Baden-Württenberg sind immer eine äußerst diffizielle Angelegenheit; bietet die Bahn doch so wenig zügige Querverbindungen zwischen Bayern und jenen schwäbisch sprechenden Bundesland an. Jens, der alte Hektiker, musste natürlich wieder so gegen 10 Uhr von seiner Arbeitsstellen weichen, damit der Zug um 13:40 Uhr am Nürnberger HBF erreicht werden konnte. Verwundet sah mich Brillenbär an, angesichts der Tatsache, dass ich nur 5 Minuten vor Abfahrt am Bahnhof stand. Jede Minute muss sich hart erarbeitet werden!

Über Karlsruhe und Offenburg ging es also mal wieder nach Freiburg – die Fahrt verlief sehr ereignisfrei und pünktlich errreichten wir den gewünschten Zielort.

Vor dem Stadion gabe es dieses Mal die Sicherheitskontrollen der Marke besonders hoch. Dennoch konnten die beiden Grundschul-Abbrecher keine gefährlichen Gegenstände bei uns ausmachen.

Die Sichtbarkeit des Spielfeldes war von unserem Block aus zwar nicht zu 100% Prozent gegeben, aber man würde sicherlich bald merken, wenn die Guten trefen würden. Das Spiel begann mit der Tatsache, dass es Schindler immer noch nicht gelernt hatte einen Ball anzunehmen. Im Block waren heute nicht viele Suptras auszumachen; vorallem Eggi auf dem Zaun fehte, was deutlich die Stimmung drückte, sodass der Block „Gäste“ wenig bis gar nicht zu hören war. Schade eigentlich, denn es waren doch immerhin knapp 500 Hanseaten anwesend. Freiburg war die erwartet spielbestimmende Mannschaft, ohne die ganz klaren Chancen zu haben. Hahnel musste bei der ein oder anderen eher missglückten Flanke eingreifen. Und Hansa?

Hansa versuchte zuerst nach vorne gefällig zu kombinieren, was auch teilweise gelang. Eine echte Tor Möglichkeit gab es aber in der 1. Hälfte nur durch einen Gewalschuss von Schindler. Hinten sorgte das Duo Rahn/Lense erneut für Ärgerniss, da man sich immer und immer wieder überlaufen ließ.

Und kurz vor Ende der 1. Hälfte passierte es dann auch. Passend zum Spiel bauten Lense und Rahn, die entscheidenden Fehler, die dann zum Freistoß führten.

Lense stand nach einem Konter nicht richtig und war zudem zu langsam und Rahn (was macht ein linker Verteidiger eigentlich auf rechts?) konnte den heran stürmenden Freiburger nur noch mit einem Foul stoppen.

Der Freistoß segelte durch den 16er über Hahnel hinweg, geradewegs zum 1:0 für den SC Freiburg.

Weiterhin Stille im Block.Nur ein kurzer Anti-DSF Gesang mit schönen “Sexy Sport Clips Alee” Gesängen waren zu vernehmen. In der zweiten Hälfte kamen dann zwar Bartels,Pearce und später auch Yelen (für Rahn,Kern und Ratgeb), aber Hansa schaffte es im gesamten Spielverlauf nicht nur eine richtig gute Torchance zu erspielen. Vorallem Yelen, der unmittelbar vor Ende der Spielzeit an der Grundlinie steht und 2,3 Übersteiger spielt, anstatt einfach trocken vorbeizuziehen, erboßte mich.

So bleb es beim 0:1 aus unserer Sicht und das Abenteuer Deutsche Bahn begann: Von Freiburg sollten wir doch tatsächlich über Frankfurt zurück nach Nürnberg fahren. Die Fahrt wurde für ein kleines, aber feines Nickerchen genutzt. In Frankfurt gönnte uns die Bahn einen Aufenthalt von knapp 2,5h, sodass es erst um kurz vor 6 Uhr weitergehen sollte.

Man beobachtete Drogen Junkies beim entscheidenden Schuss und machte es sich auf einer Bank bequem. Als ich dann für einen kurzen Moment Jens den Rücken kehrte, begann dieser sofort heftig mit einer jungen Zugbegleitern zu flirten. Naja wenn man aufsteigen will, muss man auch mal auswärts punkten. Auch in Frankfurt.

Der „Running-Gag“ auf der verbliebenen Fahrt war meine Aufforderung an meinen Mitfahrer mir doch bitte von der Frau Zugbegleiterin einen Kaffee zu holen. Doch da das Brillengestell „einen Teufel“ tat, blieb mir dieser verwehrt.

Gegen 8:00 Uhr morgens erreichten wir unseren Endbahnhof Nürnberg. Wir beiden machten uns flugs auf, um nicht all zu spät im Betrieb zu sein.

Es gibt ja schließlich auch noch andere Dinge – neben Hansa.

Scheisse!

Diese Niederlage tut irgendwie richtig weh, da Freiburg auf keinen Fall die bessere Mannschaft war.

Hinterlasse einen Kommentar!